Chat GPT Ads
Chat GPT Ads: der Leitfaden für den neuen Werbekanal von Open AI

Was Chat GPT Ads sind
Chat GPT Ads sind Werbeplätze innerhalb von Chat GPT. Sie erscheinen nicht als klassische Suchanzeige über einer Ergebnisliste, sondern im Verlauf einer Unterhaltung, wenn der Kontext dazu passt. Statt auf Keywords zu bieten, beschreibst du, in welchen Situationen dein Angebot relevant ist. Das System entscheidet dann, wann es passt. Welche Platzierungen tatsächlich ausgeliefert werden, zeigt die Übersicht der Chat GPT Ads Formate.
Der Unterschied ist größer, als er zuerst klingt. Bei Google Ads steht am Anfang eine Suchanfrage, also ein fertig formulierter Bedarf. In Chat GPT steht am Anfang ein Problem, das der Nutzer oft noch gar nicht als Kaufabsicht formuliert hat. Wer das versteht, schreibt andere Anzeigen.
Zum Vergleich: für das Keyword chatgpt ads liegt der durchschnittliche Klickpreis bei Google Ads laut aktuellen Daten bei 8,85 Euro. Der Unterschied ist kein Messfehler, sondern schlicht fehlender Wettbewerb.
Der Unterschied zu Google Ads, konkret
Wer aus Google Ads kommt, bringt ein Denkmodell mit, das hier aktiv im Weg steht. Bei Google beginnt alles mit einer Suchanfrage. Jemand tippt etwas ein, du bietest auf dieses Etwas, und der Rest ist Handwerk. In Chat GPT gibt es diesen Moment nicht. Es gibt ein Gespräch, in dem jemand ein Problem umkreist, oft ohne zu wissen, dass es dafür eine Lösung zu kaufen gibt.
| Google Ads | Chat GPT Ads | |
|---|---|---|
| Auslöser | Eine konkrete Suchanfrage | Eine Gesprächssituation |
| Steuerung | Keywords, Match Types, negative Keywords | Context Hints und Struktur der Ad Groups |
| Nutzerzustand | Bedarf ist bereits formuliert | Bedarf entsteht oft erst im Gespräch |
| Wettbewerb | Hoch, reifer Markt | Aktuell dünn |
| Klickpreis im Beispiel | 8,85 Euro für den Begriff chatgpt ads | 0,29 Euro im Schnitt über 14 Tage |
| Reporting | Sehr tief | Noch rudimentär |
Die praktische Konsequenz: Anzeigen, die bei Google funktionieren, funktionieren hier meist nicht. Eine Google-Anzeige beantwortet eine Frage. Eine gute Chat GPT Anzeige greift eine Situation auf und macht daraus einen nächsten Schritt.
Zweite Konsequenz: negative Keywords fehlen dir. Du kannst nicht ausschließen, du kannst nur präzisieren. Deshalb ist die Formulierung der Context Hints kein Detail, sondern das zentrale Steuerungsinstrument.
Wie die Auslieferung funktioniert
Drei Bausteine entscheiden, wem deine Anzeige gezeigt wird.
- 1Das Angebot selbst, also was du verkaufst und für wen es gedacht ist.
- 2Die Context Hints, mit denen du beschreibst, in welchen Gesprächssituationen dein Angebot Sinn ergibt.
- 3Die Struktur deines Kontos, also wie sauber du unterschiedliche Anliegen in getrennte Ad Groups legst.
Punkt drei wird am häufigsten unterschätzt. In unserem Research Lab ist die am besten belegte These aktuell, dass eine Ad Group mit einem einzigen klar abgegrenzten Intent deutlich relevanter ausgeliefert wird als eine Gruppe, die mehrere Themen mischt. Diese These stützt sich auf 17 unabhängige Quellen. Nachzulesen unter ai-adbase.com/research-lab.
Ein Anliegen pro Ad Group. Wenn du merkst, dass du zwei Sätze brauchst, um zu erklären, für wen eine Gruppe gedacht ist, sind es zwei Gruppen.
Context Hints, der eigentliche Hebel
Context Hints sind der Teil, den es bei Google Ads so nicht gibt. Du beschreibst darin nicht dein Produkt, sondern die Situation des Nutzers. Je enger du diese Situation fasst, desto präziser wird die Auslieferung.
Die zweitstärkste These im Research Lab, belegt durch 13 Quellen, lautet genau so: eng gefasste Context Hints reduzieren Off-Topic-Platzierungen messbar. Breite Formulierungen wirken zuerst attraktiv, weil sie mehr Reichweite versprechen, bringen aber Klicks von Leuten, die nie kaufen.
| Schwacher Hint | Starker Hint |
|---|---|
| Marketing für Unternehmen | Selbstständiger Coach, der zu wenig Anfragen bekommt und noch nie Werbung geschaltet hat |
| Software für Ärzte | Praxisinhaber in der ästhetischen Medizin, der Termine über Telefon verliert |
| Online Kurs | Performance Marketer, der Chat GPT Ads lernen will, bevor die Klickpreise steigen |
Mehr dazu im ausführlichen Artikel über Context Hints.
Kontostruktur, die nicht nach drei Wochen kippt
Der häufigste Aufbaufehler ist eine einzige Kampagne mit einer Ad Group, in die alles hineinwandert, was das Angebot hergibt. Das funktioniert genau so lange, bis du eine Entscheidung treffen musst. Dann siehst du eine Zahl und weißt nicht, woher sie kommt.
Eine Struktur, die trägt, folgt einer einfachen Regel: eine Ad Group pro Anliegen, nicht pro Produkt. Zwei Menschen können dasselbe Produkt aus völlig verschiedenen Gründen kaufen, und diese Gründe gehören getrennt.
- 1Schreibe auf, welche unterschiedlichen Anliegen zu deinem Angebot führen. Nicht Features, sondern Situationen.
- 2Für jedes Anliegen eine eigene Ad Group.
- 3Pro Ad Group drei bis fünf Anzeigen, die dasselbe Anliegen unterschiedlich ansprechen.
- 4Context Hints pro Ad Group eng auf genau dieses Anliegen zuschneiden.
- 5Erst wenn eine Gruppe genug Daten hat, entscheidest du über sie. Nicht vorher, und nicht über das Konto als Ganzes.
Open AI empfiehlt ausdrücklich, deutlich unterschiedliche Use Cases zu trennen. Im Research Lab ist das die These H7 mit einem Consensus Score von 93 und sechs unabhängigen Quellen.
Wie du Anzeigen schreibst, die in einem Gespräch nicht stören
Eine Anzeige taucht hier mitten in einer Unterhaltung auf. Das ist ein anderer Ort als eine Ergebnisliste. Werbesprache, die auf einer Suchergebnisseite normal wirkt, wirkt in einem Gespräch wie ein Fremdkörper.
- Sprich die Situation an, nicht das Produkt. Der Nutzer erkennt sich wieder oder er klickt nicht.
- Ein Versprechen pro Anzeige. Wer drei Vorteile in einen Satz packt, transportiert keinen.
- Konkrete Zahlen schlagen Adjektive. Sechzig Minuten schlägt schnell, neunundzwanzig Cent schlägt günstig.
- Kein künstlicher Druck. In einer Unterhaltung fällt jede Dringlichkeitsmasche sofort auf.
- Der nächste Schritt muss klar sein und darf klein sein.
Teste innerhalb einer Ad Group unterschiedliche Winkel auf dieselbe Situation, nicht unterschiedliche Situationen. Sonst weißt du am Ende nur, dass eine Anzeige gewonnen hat, aber nicht warum.
So setzt du die erste Kampagne auf
- 1Werbekonto anlegen und Abrechnung vollständig hinterlegen, sonst wird nichts ausgeliefert.
- 2Datenquelle, also den Pixel, auf deiner Website einbauen. Am saubersten über einen Tag Manager, damit du ihn an eine Einwilligung koppeln kannst.
- 3Conversion-Ereignis definieren, zum Beispiel Checkout gestartet oder Lead erstellt, und im Code genau dieses Ereignis senden.
- 4Eine Kampagne mit einer einzigen Ad Group starten, ein Anliegen, drei bis fünf Anzeigen.
- 5Context Hints eng fassen und erst nach ausreichend Daten weiten, nicht umgekehrt.
- 6Das Conversion-Ereignis als Optimierungsziel der Kampagne hinterlegen.
Schritt zwei und drei werden am häufigsten übersprungen. Ohne sauberes Tracking optimiert die Plattform auf Klicks, und Klicks sind bei 29 Cent schnell gekauft. Wie du das richtig aufsetzt, steht im Artikel über Conversion Tracking.
Die ersten vierzehn Tage, realistisch
Was in den ersten zwei Wochen passiert, entscheidet meist darüber, ob jemand den Kanal weiterverfolgt oder ihn als Spielerei abhakt. Deshalb hier der Ablauf ohne Beschönigung.
| Zeitraum | Was passiert | Was du tun solltest |
|---|---|---|
| Tag 1 bis 3 | Auslieferung läuft an, Zahlen schwanken stark | Nichts ändern. Prüfen, ob das Conversion-Ereignis überhaupt ankommt. |
| Tag 4 bis 7 | Erste Muster werden sichtbar, welche Ad Group Klicks bekommt | Offensichtlich falsche Platzierungen über engere Context Hints ausschließen. |
| Tag 8 bis 11 | Erste Conversions, falls die Landingpage trägt | Anzeigen innerhalb der Gruppen vergleichen, schwächste pausieren. |
| Tag 12 bis 14 | Genug Daten für eine echte Entscheidung | Budget auf die Gruppen verschieben, die tatsächlich Conversions liefern. |
Der wichtigste Satz dazu: in den ersten drei Tagen passiert nichts, was eine Entscheidung rechtfertigt. Wer dort schon eingreift, optimiert gegen Rauschen.
Fünf Fehler, die Geld kosten
- 1Tracking nachträglich einbauen. Ohne Conversion-Ereignis optimiert die Plattform auf Klicks, und Klicks sind bei diesen Preisen schnell gekauft.
- 2Context Hints zu breit formulieren, weil mehr Reichweite verlockend klingt. Das Ergebnis sind Klicks von Leuten, die nie kaufen.
- 3Mehrere Anliegen in eine Ad Group werfen und sich dann über unklare Zahlen wundern.
- 4Zu früh eingreifen. Drei Tage sind keine Datenbasis.
- 5Günstigen Traffic auf eine Seite schicken, die nicht konvertiert. Der Kanal ist dann nicht das Problem.
Was der Kanal heute nicht kann
Ehrlichkeit an dieser Stelle spart Geld.
- Die Reichweite ist begrenzt. Du wirst damit heute kein Volumen skalieren wie über Google oder Meta.
- Die Reporting-Tiefe ist dünn. Vieles, was du aus Google Ads gewohnt bist, gibt es schlicht noch nicht.
- Die Plattform ändert sich wöchentlich. Was heute funktioniert, kann in vier Wochen anders heißen.
- Für sehr erklärungsbedürftige oder stark regulierte Angebote ist der Kanal aktuell schwierig. Welche Kategorien ausgeschlossen sind und welche technischen Anforderungen gelten, steht in den Chat GPT Ads Richtlinien.
Wer trotzdem jetzt startet, kauft sich zwei Dinge: günstige Daten und Vorsprung. Beides wird teurer, sobald der Wettbewerb nachzieht.
Fazit
Chat GPT Ads sind kein Ersatz für bestehende Kanäle, sondern eine zusätzliche Quelle mit derzeit ungewöhnlich günstigen Klicks. Der richtige Zeitpunkt zum Testen ist, solange die Klickpreise im Cent-Bereich liegen und die Konkurrenz klein ist.
Den kompletten Weg im Detail
Im Chat GPT Ads Onlinekurs gehe ich jeden Schritt durch, von der Kontoeinrichtung über Context Hints bis zur sauberen Conversion-Messung. Inklusive Tools und allen kommenden Modulen.
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